Nüchtern betrachtet

Mein Leben mit den Oberförstern der Sprache

Feuilleton | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

In meiner Kindheit gab es eine Radiosendung, die sich "Achtung, Sprachpolizei" nannte und deren Kennmelodie ich noch vage im Ohr habe. Auch Sprachübungsbücher und andere Hervorbringungen verbaler Forstpflege wiesen immer wieder humorige Beispiele für falschen Sprachgebrauch auf - bildliche Darstellungen der Aufforderung im Bus doch "rückwärts" einzusteigen und andere Dinge, über die Hofräte und deren Witwen halt so lachen. Nun habe ich überhaupt nichts gegen die Bemühungen, im Schrift- und Sprachgebrauch Standards des Guten, Wahren und Schönen durchzusetzen, nur sind seltsamerweise die Menschen, die das übernehmen, oft recht unleidliche Gesellen. Meiner Wahrnehmung nach sind es übrigens fast ausschließlich Männer, die sich als Oberförster des guten Deutsch gerieren, und seltsamerweise scheinen sie just an mir einen Narren gefressen zu haben. Ich habe schon Kuverts mit ausgedruckten

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