Den Raum aufmachen, statt die Tür zu schließen

Steiermark | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Der Wahlberliner Jörg Albrecht gastiert mit seinem neuen Stück in Graz. Ein Gespräch über die Kunst der Überforderung

Interview: Georg Schenker

Mit Graz verbindet den jungen Autor mit Vorliebe für enge Hosen und weite Assoziationsräume, der 1981 in Bonn geboren wurde, auch der Lehrgang für Szenisches Schreiben des Kulturvereins uniT, an dem er eben teilnimmt. Nachdem er im März an den Münchner Kammerspielen mit "Lass mich dein Leben leben! [Dirty Control 2]" zum Thema Videoüberwachung Premiere hatte, erarbeitete Albrecht mit dem Kollektiv "copy & waste" am Berliner Maxim Gorki Theater das Stück "Berlin, Ernstreuterplatz", mit dem die Gruppe nun nach Graz gereist ist.

Falter: Ihr neues Stück erinnert schon im Titel an den Roman "Berlin, Alexanderplatz". Das hat aber mehr mit der Fernsehverfilmung von Rainer Werner Fassbinder zu tun als mit Alfred Döblin, oder?

Jörg Albrecht: Auf jeden Fall. Es geht um diesen komischen Platz in Charlottenburg, der immer Teil der Ost-West-Achse

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