Kritiken

Swing, Titus, Swing: Nestroy Goes Jazz

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

In den hellgrau gestrichenen Wänden, die ein bisschen nach Scheune von innen aussehen, heben und senken sich Türen. Menschen und Sachen werden da durchgestoßen und durchgetreten. Manchmal dürfen die Leute auch einfach durchschreiten oder wie die Damenjazzcombo (Leitung Ilse Riedler) dahinter musizieren, wenn Florian Teichtmeister (Titus Feuerfuchs) oder Gerti Drassl (Salome Pockerl) ihre Couplets singen. "Da hab i scho gnua" wäre dennoch die falsche Reaktion auf Nestroys "Talisman" in der Inszenierung und Fassung von Michael Gampe. Das funktionale Bühnenbild (Rolf Langenfass) ermöglicht leichtes Agieren in der Posse um Aufstieg, Fall und letztendliche Läuterung des rothaarigen Barbiergesellen Titus, der seinen als gesellschaftlichen Makel empfundenen Schopf unter immer neuen Perücken zu verbergen trachtet. Der wahre Makel sind wieder einmal die krampfhaft modernisierten Couplettexte. Sonst läuft eh alles flott und rund - kurzweilig, aber nicht rasend originell.

Theater in der Josefstadt, Mi, Do 19.30


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