Retrospektiven

In Person: Lis Rhodes, Avantgardefilmerin

Lexikon | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Den abstrakten Formalismus hat Lis Rhodes, eine der zentralen Protagonistinnen des britischen experimentellen Films seit den 70er-Jahren, längst hinter sich gelassen. Ihre rezenteren Arbeiten setzen nicht auf Reduktion, sondern vielmehr auf Überschuss: hochkomplexe Bild-Ton-Geflechte, in denen verschiedene Zeit-, Bild- und Erzählschichten einander überlagern, mitunter kommentieren. Geschichte, Politik, Kunst und dem, was diese mit uns zu tun haben könnten, gilt ihr Augenmerk. "Remembrance is never enough" lautet der Schlüsselsatz in "A Cold Draft" (1988). Eines ihrer Hauptwerke ist "Running Light" (1996), ein Schattenspiel im ureigenen Sinn des Wortes, mit dem Rhodes über Zwangsarbeit reflektiert: die historische, aber vor allem die von heute. MO

Österreichisches Filmmuseum, 27./28.5. (in Anwesenheit der Filmemacherin)


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