Buch der Stunde

Daniela Strigl | Lexikon | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Dass das Ende der Türkenbelagerung 1683 dem Entsatzheer des polnischen Königs Jan Sobieski zu verdanken war, weiß in Wien jedes Volksschulkind. In Pawel Huelles neuem Roman markiert dieses Ereignis das Ende eines 239 Jahre währenden Kampfes der Polen gegen die Osmanen. Die Geschichte ist hier in einem buchstäblichen Sinn Gegenwart - die abgeschlagenen, vom Sultan angeblich in einem Topf voll Honig aufbewahrten Köpfe christlicher Herrscher und die auf Al Jazeera ausgestellten Köpfe enthaupteter Geiseln, sie sind gleichzeitig da, in Albträumen und Zeitreisen. So wie auch Kara Mustafa, der aus dem Petersdom einen Stall machen wollte, wie die Schlacht auf dem Amselfeld, die Zeit der Solidarnosc und die nahe Zukunft, in der Danzig eine Stadt der Minarette ist und von rätselhaften Sprengstoffanschlägen auf Schnapsboutiquen erschüttert wird.

Pawel Huelle stellt in seinem kunstvoll gebauten, düster kolorierten Roman die Frage nach dem Christlichen des Abendlandes neu und mit satirischer

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