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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Biografie

Marta Kijowska: Die Tinte ist ein Zündstoff. Stanislaw Jerzy Lec. Hanser, 173 S., € 18,40

Heuer wäre er 100 Jahre alt geworden - höchste Zeit, den Aphoristiker, Satiriker und Lyriker Stanislaw Lec wiederzuentdecken. Geboren in Lemberg, aufgewachsen in Wien, nach dem Krieg ebendort als Diplomat tätig, befreundet mit Thomas Bernhard oder Oskar Jan Tauschinski, führender Kopf der polnischen Literaturszene im Warschau der 50er- und 60er-Jahre, war Lec ein "Prototyp des mit besonderem, oft bissigem Humor begabten osteuropäisch-jüdischen Intellektuellen". Der Durchbruch gelang ihm erst relativ spät, mit den "Unfrisierten Gedanken", die seinen Weltruhm begründen sollten. Die Biografie von Marta Kijowska zeichnet Lecs Weg von Lemberg nach Wien und retour, die Bekehrung des Bürgerlichen und Kaiser-Franz-Joseph-Fans zum undogmatischen Sozialisten, seine Übersiedlung 1934 nach Warschau, die Internierung im KZ Tarnopol und sein israelisches Intermezzo auf angenehm unaufgeregte


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