Meinesgleichen

Aus der weiten Welt der Meinung

Falter & Meinung | aus FALTER 23/09 vom 03.06.2009

Wen wählen? Erstens einmal, überhaupt wählen! Zweitens scheiden die rechten Radauparteien aus. Volksanwaldis Entdeckung der Demokratie wäre erfreulich, wäre sie glaubwürdiger. Er und seine Brüder und Schwestern Orangen müssen noch an sich arbeiten, ehe wir ihnen ihre Liberalität glauben, zu der sie angeblich konvertiert sind. Die Strachegrafen - unwählbar. Hans-Peter Martin hat sich immerhin von den rechten Antieuropäern abgewandt. Was immer er aber sagt, die Art, wie und wo er es sagt, macht ihn schwer erträglich. Jede Stimme für ihn ist eine Machtdemonstration der Kronen Zeitung.

Bleiben drei Parteien, über die man ernstlich nachdenken kann. Die Grünen sind die europäischste aller Parteien, in der medialen Präsenz kommen sie damit wie immer am wenigsten durch. Sie sind daran auch selber schuld: Dass sie sich ihre Zugpferde selber abspannen, gehört zum Gesamtbild. Ihr linkes Sozialprofil haben sie zu wenig geschärft, das geht ihnen immer so. Dafür wollen sie als Einzige die Türkeidebatte wenigstens offen halten.

Die SPÖ hat nolens volens den verdienten Hannes Swoboda an die Spitze gestellt; das spricht für sie. Dass es eine Entscheidung nicht der Freude, sondern der Not war, gegen sie. Bei der ÖVP ist es umgekehrt: Die hat sich freudig für eine Doppelstrategie entschieden. Mit dem soften Europäer Othmar Karas und dem harten Burschen Ernst Strasser. Wer die Verniederösterreicherung Europas will, wird ihn wählen.


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