Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 23/09 vom 03.06.2009

Herr Partl, was macht Ihre Hand in einem fremden Schritt?

Zweifelsohne macht es besonders viel Spaß, für einen Kunden zu arbeiten, der Kondome herstellt, sagt Executive Creative Director Patrick Partl. "Condomi ist ein sehr geliebter Kunde von uns." Partl verweist auf den dynamischen Entstehungsprozess eines Werbesujets, der sich bei kreativer Arbeit innerhalb der Agentur einstellen kann. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und dass die Damen und Herren der Wiener Werbeagentur Draftfcb Kobza über Fantasie verfügen, konnten sie in Sachen Latex bereits des Öfteren unter Beweis stellen.

Seit drei Jahren ist Partls Team für den Werbeauftritt des deutschen Kondomherstellers verantwortlich. Jüngst erhielt die Agentur die Siegertrophäe beim EDward 2008 in der Kategorie Außenwerbung für ein mit Maulkorb geknebeltes, angekettetes Spermium. Schon in früheren Kampagnen wurden hauchdünne Kondome als Seifenblase gezeigt.

Der jüngste Streich in Sachen Gummiwerbung: Seit geraumer Zeit sind in Wiens Innenstadt vereinzelt Menschen mit Einkaufstaschen unterwegs, das männliche oder weibliche Geschlecht dabei wahlweise fest im Griff. Darunter verspricht Condomi "Erotic Shopping". Diese Werbeform hat sogar einen eigenen Namen: Bagvertising. "Taschen sind natürlich wunderbare mobile Werbeträger", sagt Partl. Die Jury des CCA-Venus-Werbepreises sah das ähnlich - die Taschen schafften es heuer auf die Shortlist.

"Bei all diesen Sujets geht es uns um eine ähnliche Grundidee", erklärt Partl, "wir wollen den spielerischen Umgang mit dem noch immer tabuisierten Thema Sexualität fördern. Ganz einfach den Spaß an der Sache wieder zurückbringen." Jenen Spaß, den die Mitarbeiter der Agentur nach eigenen Aussagen bei der Gestaltung der Werbelinie selbst auch haben.


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