Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 23/09 vom 03.06.2009

Lieber ein offenes Magengeschwür, als sich eine Arztserie anschauen. Der einzige Grund, eine dieser Schmonzetten zu konsumieren, war noch der frühe George Clooney in "Emergency Room". Doch diese Formate mit ihren ewig gleichen Handlungen sind nicht totzukriegen - im Gegenteil. Fernsehdoktoren verbreiten sich jetzt wieder wie die Syphilis in den Zeiten des Wiener Biedermeiers. Pro7 packt seinen Mittwochabend mit wüsten Verletzungen, grauslichen Krankheiten und Liebeleien im OP voll. In "Grey's Anatomy" (20.15 Uhr) sucht die junge Chirurgin noch immer nach ihrem Happyend mit dem feschen Oberarzt. Auch ihre Krankenhausfreunde bleiben sextechnisch unter sich und haben nichts anders im Kopf, als total berühmte Ärzte zu werden. Anschließend betreiben dann die Kollegen von "Private Practice" (21.15 Uhr) ihre Form des Medizinerinzests, bloß dass sie nicht in einem US-Krankenhaus leben und leiden, sondern in der schicken Privat-Ordi in Kalifornien. Und nach den zwei Stunden Schmus bleibt nur noch eine leichte Übelkeit.


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