Die Ruhe im Zentrum des wochenendlichen Sturms

Feuilleton | aus FALTER 23/09 vom 03.06.2009

Am 5. Juni findet wieder die Lange Nacht der Kirchen statt. Die älteste Kirche Wiens macht so etwas regelmäßig

Reportage: Carsten Fastner

Jedes Wochenende das gleiche nächtliche Schauspiel: In Horden torkeln sie durch die engen Gassen, hocken apathisch auf dem Kopfsteinpflaster, lehnen lässig an den Motorhauben parkender Autos, lachen und lallen, schreien und kreischen.

Sie selbst nennen es "feiern", die Zeitungen "Komasaufen" - wie auch immer, es geht alles andere als ruhig zu im Bermudadreieck, im Gewirr der Gassen und Stiegen zwischen Hohem Markt und Schwedenplatz.

Die Kampftrinkerzone am Rande des ersten Bezirks ist eine der ältesten Gegenden der Stadt. Wo heute dutzende von Lokalen klebrig-süßen Alkohol zu Spottpreisen ausschenken, hatten schon die Römer ihr Legionslager Vindobona errichtet. Und noch lange bevor sich in der Neuzeit jüdische Textilhändler ansiedelten, war hier die Keimzelle des mittelalterlichen Wien.

Hier wurde, der Legende nach im Jahr 740, mit der Ruprechtskirche


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