Krachlederner Klassenkampf

Feuilleton | aus FALTER 23/09 vom 03.06.2009

Das Queer Film Festival Identities hält Rückschau auf homosexuelle Subkulturen

Vorschau: Joachim Schätz

In der Schlösselgasse gab es ein kleines Kaffeehaus, da saßen Männer und Frauen getrennt", erinnert sich Birgit Meinhard-Schiebel: die schwulen Männer auf der einen Seite, die lesbischen Frauen auf der anderen. "Wenn ein Polizist auf Streife hereinkam, saßen plötzlich ein Mann, eine Frau, ein Mann, eine Frau nebeneinander, und es war ein ganz normales Lokal." Waren sie nach diversen Einladungen betrunken genug, konnte man die Polizisten schon einmal mit den männlichen Kunden des Lokals tanzen sehen.

Meinhard-Schiebel ist eine der drei Zeitzeuginnen, entlang derer Erzählungen die Doku "verliebt, verzopft, verwegen" (Regie und Buch: Katharina Lampert, Cordula Thym) eine Geschichte lesbischer Lebensmodelle im Wien der 50er- und 60er-Jahre rekonstruiert. Die österreichische Produktion, eine der Weltpremieren von Identities 2009, fügt sich schön in einen thematischen Seitenstrang


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige