Kritik

So komisch kann Kapitalismuskritik sein

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 23/09 vom 03.06.2009

Greenpeace ist schuld am momentanen Unglück des Marktwirtschaftverweigerers Gospodin. Die haben ihm nämlich sein Lama weggenommen, das schmerzt. Dass die Freundin mit Bett und Mikrowelle auszieht, ist da schon weniger schlimm. Philipp Löhles Stück "Genannt Gospodin", derzeit in der Drachengasse, ist die pointierte Geschichte von einem, der geld- und bindungslos leben möchte und seine Freiheit schließlich doch in einem geschlossenen System findet. Unter der Regie von Katrin Schurich verschmelzen die lustvoll überzeichneten Figuren Kapitalismuskritik geschickt mit zeitgeistigem Humor. Christian Strasser bekämpft in der Titelrolle das Spießertum wie die sprichwörtlichen Windmühlen, Christian Dolezal ergeht sich in den Schnurren des schnorrenden Künstlers und Barbara Gassner belebt die Frauenrollen mit deutschen und österreichischen Akzenten.

Theater Drachengasse, täglich außer So/Mo 20.00 (bis 27.6.)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige