Neu im Kino

Doku-Fiktion: "Flieger über Amazonien"

Lexikon | Joachim Schätz | aus FALTER 23/09 vom 03.06.2009

Nonnen und Versandpakete, Prostituierte und Notärzte wechseln sich im Frachtraum von Niltons Cessna ab. Familienmensch Nilton und Draufgänger Fernando sind Piloten im brasilianischen Amazonasgebiet, dessen immense Ausdehnung den Flugtransport zur Notwendigkeit macht. Herbert Brödls "Flieger über Amazonien" interessiert das Fliegen weniger als Handwerk denn als Leidenschaft, die in beeindruckenden Naturpanoramen (Kamera: Volker Tittel) und knarzender Off-Kommentar-Lyrik ("Hier ist dein Platz, und von dem verjagt dich keiner mehr, sagt der Motor") beschworen wird. Die Grenzen zwischen Dokumentarischem und Fiktionalem hält der österreichische Filmweltreisende Brödl offen: Der Film basiert bis in spektakuläre Anekdoten hinein auf Recherchen und Interviews, aber die "Piloten" Nilton Bicudo und Fernando Alves Pinto sind Schauspieler, und surreale Einschübe sabotieren die Realismus-Anmutung. Ungebrochen bleibt allein die Bubenromantik.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Schikaneder)


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