Buch der Stunde

Lexikon | Sebastian Kiefer | aus FALTER 23/09 vom 03.06.2009

Drei Jahre bevor er zu seiner legendären fünfjährigen Amerikareise aufbrach, fasste der 27-jährige Alexander von Humboldt 1796 den sogar ihm selbst maßlos vorkommenden Plan, ein Himmel-und-Erde-Buch zu schreiben, in dem alles, was man wissen kann - von den Mikroorganismen bis zu den Sonnensystemen, vom Brodeln im Inneren der Erde bis zu den Empfindungen des Menschen -, noch einmal in einem einzigen großen Erzählatem verbunden würde. Erst mit 40 Jahren brachte der Universalgelehrte seinen Jugendtraum zu Papier und in Druck: eine letzte große Synthese akribischer Empirie und philosophisch-ästhetischer Überschau. "Kosmos", Humboldts Alterswerk, wurde 150 Jahre nach seiner Entstehung noch einmal zum Bestseller. Offenbar ist die Sehnsucht nach einem Ästhetik und Wissenschaft, Abenteuer und Philosophie versöhnenden Bild der Natur nicht kleiner geworden. Auf vergleichbare Erfolge in der heutigen Zeit hat Alexanders Bruder Wilhelm, der seinen Beitrag zur Wissenschafts- und Geistesgeschichte


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