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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Wie weitgehend bekannt, ist vergangene Woche der Schauspieler D avid Carradine (Jg. 1936) verstorben - wie man mutmaßen kann, an den Folgen dessen, was die Forensik als autoerotic aspyhxiation kennt. Carradine ist einer erstaunlich breiten Palette an Generationen als Kwai Chang Caine aus der TV-Serie "Kung Fu" bekannt, über die man jetzt auch kein Wort mehr zu verlieren bräuchte, hätte sie nicht den Lebensweg von Nina Horaczek entscheidend beeinflusst. Horaczek empfing nämlich seinerzeit entscheidende Impulse für ihre Karriere als Synchronschwimmerin von Carradine/Caine, und dass sie das Buch "HC Strache. Sein Aufstieg. Seine Hintermänner. Seine Feinde" gemeinsam mit einem anderen Bewegungstalent, "Dancing Stars"-Siegerin Claudia Reiterer, verfasst hat, scheint retrospektiv betrachtet irgendeiner höheren Logik zu folgen.

Die Synchronschwimmerinnensache (mit Krönchen!) ist insofern erstaunlich, als Horaczek redaktionsintern tendenziell als Punk gilt. Das ist wohl etwas unscharf, macht aber nichts, denn Gerhard Stöger - von Matthias Dusini mit freundlichem Spott als "Punk-Beamter" tituliert - zählt, glaub ich, auch noch Simon & Garfunkel irgendwie zum Punk. Ansonsten war nur noch Doris Knecht mal Punk, der Rest der Redaktion ist unpunky as can be, wobei diese Punk-wichtig-finden-Müsserei ohnedies reichlich doof ist, denn Punk hat doch auch sehr viel kaputtgemacht und nicht allzu viel Schönheit in die Welt gesetzt.


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