Kolumne

Mehr als ein irrer Diktator: Kim Jong Il und Nordkoreas Zukunft

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Das lächerliche Image trügt: Nordkoreas Führer Kim Jong Il ist für die Stabilität in der Welt bedrohlicher, als man aus seinen skurrilen Auftritten ableiten könnte (siehe auch Reportage S. 16). Wäre er nur der irre Diktator, der versucht, mit seinem Atompotenzial Anerkennung, Wirtschaftshilfe für sein Land und ein paar Luxusgüter für sich zu erpressen, würde sich das Problem voraussichtlich bald von selbst lösen. Kim Jong Il ist schwerkrank. Hinter der verrückten Fassade aber verbirgt sich ein rationales Kalkül, Gegner und Verbündete in Geiselhaft zu nehmen - eine Strategie, die die bestehende Machtbalance nicht nur in Asien aus dem Gleichgewicht bringt.

In den letzten Wochen hat sich die Krise zugespitzt. Was sich genau hinter den Grenzen des abgeriegelten Landes tut, wissen selbst westliche Geheimdienste kaum. Fest steht, dass Nordkorea am 25. Mai seinen zweiten Atomwaffenversuch durchgeführt hat, drei Jahre nach seinem ersten, der nach westlichen Einschätzungen fehlgeschlagen


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