Wie die Linke Europa verlor

Politik | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Statt ein Signal gegen das Böse im Kapitalismus zu setzen, strafte der Wähler die Sozialdemokratie

Bericht: Stefan Apfl und Matthias G. Bernold

Schweißperlen auf der Stirn, unter den Augen Tränensäcke, die Fingernägel abgebissen. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown sieht nicht gut aus dieser Tage. Wegen eines Spesenskandals stürzte die regierungsmüde Labour Party auf 15 Prozent. Das ist Platz drei, noch hinter der rechtspopulistischen Independence Party (UKIP).

Sonntagabend in Deutschland, ein ähnliches Bild. Bei "Anne Will" erleben die ARD-Zuseher einen schmallippigen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier. "So ein Wahlergebnis ist nicht leicht wegzustecken", sagt er. Bei knapp über 20 Prozent stagnierte die SPD, ein historisch niedriges Ergebnis, für das Steinmeier drei Monate vor der kommenden Bundestagswahl geradestehen muss. "Nicht nur ihm fehlt die unverwechselbare, zeitgemäße sozialdemokratische Idee, das Aufbruchssignal in Zeiten der Krise", kommentiert


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