"Die türkische Euphorie für Europa schlägt in Nationalismus um"

Politik | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Interview: Isolde Charim

Die österreichische Sozialanthropologin Sabine Strasser lebt und lehrt seit 2007 in Ankara.

Falter: In diesem EU-Wahlkampf war das "Ausländer"-Thema zentral. Ist Österreich da ein Sonderfall?

Sabine Strasser: Nein. Dieses Thema ist derzeit in ganz Europa relevant. Es gibt da eine Triade: Migration, Türkei und die EU selbst. Das sind die Themen, die eine doppelte Ablehnung ergeben. Man lehnt sowohl das Establishment der EU als auch nach "unten" die Migranten ab. Die Türkei ist dann immer das Beispiel, wie man die beiden Dinge verbinden kann. Das sind die Aushängeschilder für rechte Politik in ganz Europa.

Alle österreichischen Parteien - außer den Grünen - sind gegen einen EU-Beitritt der Türkei. Wie wird das in der Türkei aufgenommen?

Strasser: Österreich hat sich 2005 gegen die umfassende Aufnahme von Verhandlungen gestellt und sich damit in der Türkei einen Namen gemacht. Ich werde hier immer wieder gefragt: Warum mögt ihr uns nicht?

Gibt es denn noch


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