Kim, mein Führer

Politik | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

In Nordkorea übernimmt der 26-jährige Kim Jong-un, Sohn Kim Jong Ils, die Macht. Eine Reise zu einem geschundenen Volk, dessen Regime nach Atomwaffen greift

Reportage: Günter Spreitzhofer

Ein Knopfdruck genügt und San Francisco ist ein Trümmerhaufen", sagt Herr Kim, nippt an seinem Reisschnaps und meint es sehr ernst. Herr Kim ist 24, trägt schwarzen Anzug mit violetter Krawatte unter seinem Ledermantel und am Revers einen Sticker von Kim Il Sung, dem 1994 an einem Herzinfarkt verstorbenen nordkoreanischen Despoten. Herr Kim spricht vom ewigen Präsidenten, wenn er Kim Il Sung meint, und vom General, wenn er von dessen sterbenskrankem Sohn Kim Jong Il erzählt. Er verneigt sich feierlich vor allen Büsten von Vater und Sohn, und ich mit ihm, 45 Grad abgewinkelt an der Hüfte, den Blick gesenkt: Es gibt geschätzte 35.000 Büsten, Porträts und Monumente in der letzten kommunistischen Erbbastion des Führerkults, der vor 55 Jahren begonnen hat. Alle sehen wir nicht. Ich verbeuge mich


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