Armut ist unter uns, auch wenn wir nicht hinsehen

Politik | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Der neuerschienene Sammelband Handbuch Armut in Österreich bereichert die krisenbedingte Verteilungsdiskussion zur rechten Zeit

Rezension: Marianne Schreck

Selbst schuld, wer arm ist. Auch wenn die sozial erwünschte Antwort der Österreicher auf die Frage nach den Ursachen von Mittellosigkeit vermutlich anders lauten würde: An der Realität Armut haften hartnäckig Attribute wie Depression, Kinderreichtum, Sucht oder fortgeschrittenes Alter. Man sieht nicht genau hin, weil die Angst vor dem eigenen Existenzverlust die Sinne lähmt. Menschen, die von Armut betroffen sind, stehen zumeist nicht im Zentrum des Erwerbslebens. Und gerade dieses Erwerbsleben bestimmt den individuellen Wert von Sozialleistungen entscheidend.

1,1 Millionen Menschen in Österreich gelten als armutsgefährdet. 450.000 sind "manifest arm". Dazu kommt die Gruppe der Fremden, die in der Regel über keine ausreichenden materiellen Mittel zur Sicherung des Lebensbedarfs verfügen und sie auch nicht rechtmäßig erwerben


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