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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Eine Gewissensfrage: Darf man einen Kolporteur nach fünf Sekunden Durchsicht bitten, das gekaufte Produkt wieder in 2,80 Euro zurückzuwechseln? Darf man nicht. Erstens kann der Kolporteur nichts dafür, dass er schlechte Magazine verkaufen muss. Und zweitens gehört bestraft, wer an einem Samstagabend sofort nach der Ankunft am Flughafen das profil kauft, aus Angst, etwas verpassen zu können. Ätsch, ätsch! Weil sich noch immer nicht ins Hirn eingefräst hat, dass die 80er- und 90er-Jahre, in denen das oft so war, vorbei sind. Da sitzt man dann halt mit einem fast politikfreien profil und dem gefühlten 72. "Was war vor dem Urknall?"-Cover im Flughafenbus und fadisiert sich. Eine Woche später die nächste Überraschung: EU-Wahl ist, und als würde Mistelbach wählen, verzichtet das profil auf die Wahlberichterstattung. Zwar gibt's zum Trost dafür, dass es wohl aus Spargründen seine Kompetenz als innenpolitischer Platzhirsch im Magazinland abgegeben hat, den Falter. Aber ein bisschen back to the eighties im profil wär schon nett.


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