Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Kung Fu hat sich also bei autoerotischen Vergnügungen erhängt - blöd gelaufen, David Carradine. Jetzt möchte ich mich ja nicht darüber auslassen, wie armselig es aussieht, wenn man als über 70-Jähriger nackt, tot, mit Vorhangschnur um Hals und Penis gewickelt in einer begehbaren Garderobe gefunden wird. Aber ich erinnere mich daran, wie sehr mir Carradine damals als asiatischer Kampfmönch in "Kung Fu" auf die Nerven gegangen ist. Immer beherrscht, immer schweigsam, immer große Weisheiten, schlug sich der Shaolinmönch mit den Bösen herum. Selten so etwas Fades gesehen. Eine echte Kleine-Buben-Serie, alle Jungs wollten Kung Fu sein und gingen in den Karatekurs. Die asiatische Philosophie und ihre Medidationstechniken hätten aus ihm einen ausgeglichenen Menschen gemacht, erzählte Carradine gerne. Naja, heute wissen wir ja, dass ihm andere Entspannungstechniken wohl vertrauter waren. Bei dem peinlichen Abgang vergisst man fast, dass Carradine einmal wirklich cool war. Als gemeiner alter Sack in "Kill Bill".


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