Von Bomben und Bandwürmern bedroht

Feuilleton | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Rabiate Satire und politischer Thriller: Mohammed Hanifs Roman "Eine Kiste explodierender Mangos"

Buchkritik: Karl-Markus Gauss

Weiß noch jemand, wer Zia ul-Hac war? Der schwergewichtige Mann mit dem messerscharf gezogenen Mittelscheitel, dem enormen, kühn gezwirbelten Schnurrbart und dem Grinsen, das wie für die Ewigkeit auf seinem Gesicht gefroren schien? Bei uns ist der pakistanische Präsident, der sich 1977 als Oberkommandierender der größten muslimischen Armee an die Macht putschte und seinen Vorgänger hinrichten ließ, schon fast wieder vergessen.

Dabei war er einst der Lieblingsdespot des Westens. Seine Armee wurde mit amerikanischer Hilfe zur Atommacht aufgerüstet und er selbst vom CIA als Pate jener afghanischen Dschihadisten eingesetzt, die die Welt seither nicht mehr losgeworden ist. Ziu ul-Hac war an vorderster Stelle dabei, als aus frommen Muslimen, die sich gegen die Kommunisten in den Krieg schicken ließen, Gotteskrieger wurden, die ihre Waffen gegen den spendablen


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