Verkleidung, Verbrechen, Funktion und Revolution

Feuilleton | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Zwei zweiteilige Bio-Pics nähern sich der Figur von "Che" und eines "Public Enemy No. 1" auf sehr unterschiedliche Weise

Filmkritik: Joachim Schätz

Seinen ersten Auftritt im Zweiteiler "Public Enemy No. 1" absolviert Jacques Mesrine (Vincent Cassel) verkleidet und vervielfacht: Split Screens zeigen aus mehreren räumlichen wie zeitlichen Perspektiven, wie sich der Verbrecher und Lebemann aus einem Gebäude stiehlt. Zu diesem Zeitpunkt ist Mesrine bereits eine nationale Legende - und vom plötzlichen Tod durch ein Erschießungskommando der französischen Exekutive nur noch Minuten entfernt.

Kein Film könne die ganze Komplexität eines Menschenlebens beschreiben, erklärt ein Insert vor dieser Eröffnungsszene. Und was sich in den folgenden vier Filmstunden ereignet, fügt sich tatsächlich nur bedingt zum Bildungsroman einer "großen Persönlichkeit" zusammen.

Mesrine, Medienstar und Staatsfeind, Maulheld und Ehrenmann, bleibt individualpsychologisch ungreifbar. Nicht etwa, weil Drehbuch

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