Das Telefon, das den Weg zeigt

Stadtleben | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Wann die Öffis kommen, schicken jetzt die Wiener Linien aufs Handy. Ein Falter-Praxistest

Bericht: Claudia Weber

Das System startet. Der Test kann beginnen: von der Ottakringer Kreitnergasse zum Hietzinger Kai nahe dem Schloss Schönbrunn. 24 Minuten inklusive Gehzeit, sagt die Fahrplanauskunft nach wenigen Sekunden. Und darauf folgt der genaue Fahrplan: wo und wann welches Verkehrsmittel zu benutzen ist, um schnellstens in Hietzing anzukommen. Sogar inklusive Stadtplan.

Das ist "Qando". Das neue System der Wiener Linien ermöglicht Fahrplanauskünfte auf Handys neuer Bauart. Und nicht nur das: Auch die tatsächlichen Ankunftszeiten der Öffis sind abrufbar. Tickets lassen sich per Qando kaufen. Und unter dem Titel "Erlebe deine Stadt" findet man sogar das Kinoprogramm oder Lokale in der Umgebung.

Web 2.0 und digitales Zeitalter sind also beim Kundenservice der Wiener Linien angekommen. Einziges Manko: Laut Wiener Linien sei das Abfragen der Fahrtzeiten von U-Bahn-Linien aufgrund von Sicherheitsbestimmung noch nicht möglich. Die einzelnen Abfragen kosten unterschiedlich viel, je nach Vertrag des jeweiligen Mobilfunkanbieters. Der Falter hat Qando getestet und wartet nun gespannt auf die Rechnung.

Die Software dagegen ist gratis, man kann sie per Kabel oder Funk von der Homepage aufs Handy laden.

Nach 26 Minuten Fahrtzeit kommt die Autorin am Hietzinger Kai an. Qando hat die Route richtig vorhergesagt, sich aber um zwei Minuten geirrt. Das liegt wohl an der individuellen Schrittgeschwindigkeit. Denn die kann auch im digitalen Zeitalter kein Handy vorhersagen.


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