Die Überflüssigen

Steiermark | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Einwanderer sind von der Wirtschaftskrise stärker betroffen als andere Gruppen. Trotzdem spricht niemand über ihr Los. Eine Recherche

Reportage: Donja Noormofidi; Thomas Wolkinger

Ali S.* hat alles richtig gemacht. Schon als Volksschüler hat er begonnen, Deutsch zu lernen und deutschsprachige Bücher zu lesen. Er wusste ja, dass er die Sprache einmal brauchen würde, dass er eines Tages seinem Vater folgen würde, der das kleine kurdische Dorf in der türkischen Provinz Konya verlassen hatte, um für Frau und Kinder in Österreich eine neue Existenz aufzubauen. Ali war fünf, als der Vater ging, und ganz, erzählt er mit bedächtiger Stimme in einem Pub im Grazer Gries, habe er diese Entscheidung damals nicht verstanden. Neun Jahre sollten schließlich vergehen, bis die Familie in Graz wieder vereint war.

Hier hat sich Ali schnell an sein neues Leben gewöhnt, Hauptschule und Polytechnikum absolviert, eine Zeit bei McDonalds gejobbt und vor sechs Jahren eine fixe Anstellung bei Magna angenommen.


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