Afrika! Afrika?

Steiermark | aus FALTER 24/09 vom 10.06.2009

Der Universalgelehrte Maximilian Hendler dekonstruiert die "afrikanische" Vorgeschichte des Jazz

Porträt: Herwig G. Höller

Musik liege "im Blut" - dieser Gedanke sei selbst bei Intellektuellen nicht selten anzutreffen, schreibt Maximilian Hendler. "Wie sehr sie sich damit im tiefsten Rassismus befinden, machen sich diese Personen nicht klar." Aber auch die derzeit in den USA politisch korrekte Ausdrucksweise "African Americans" prolongiere einen ober- und unterschwelligen Rassismus der Nachfahren europäischer Einwanderer. Denn von einem afrikanischen Standpunkt, so Hendler, seien die "Afroamerikaner" doch längst "Euroamerikaner". Mit Ausnahme von gerade Zugezogenen lebten nur wenige "reine" Afrikaner in den USA.

Der erste schwarze US-Präsident hat die Frage nach afroamerikanischer Identität gar auf eine globale Agenda gesetzt. Insofern könnte Hendlers "Vorgeschichte des Jazz: Vom Aufbruch der Portugiesen zu Jelly Roll Morton", die sich mit einem zentralen kulturhistorischen Kapitel

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