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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Mit dem Vorschlag einer qua kontrafaktischer Ironie einem Geistesgiganten der Gegenwart sich nähernden Titelschlagzeile "Spaß mit Habermas" bin ich gescheitert, stattdessen gibt es jetzt das kontrafaktische Pathos brennender Enzis. Dabei hätten sich die beiden Themen eventuell sogar verbinden lassen, denn es ist ja wohl genau die von Habermas beklagte "Kolonialisierung der Lebenswelt", die der Mitbringbier wegschluckende junge Mensch im Muqua ins Werk gesetzt sieht (obwohl in diesem Zusammenhang eventuell die Verballhornung colanization angebracht wäre).

Sei's, wie's sei, das Cover der vorletzten Falter-Ausgabe des Jahres 1997 wäre ohnedies nicht zu toppen gewesen: Damals, in einem Jahr, in dem übrigens unter anderen auch Roland Düringer, Christian Fennesz, Franz Fuchs, Viktor Klima oder Hermes Phettberg das Titelbild zierten, war Habermasens Lehrer und Mentor mit Strohhut und Doppelkinn am Titelblatt zu sehen, darunter die wirklich ununterbietbar lakonische Schlagzeile "Ja, genau: Adorno". Anlass war der 50. Geburtstag der "Dialektik der Aufklärung", und der zeichenreiche Schwerpunkt nahm auch noch gleich die sogenannte Neue Frankfurter Schule mit, indem die Aufmachergeschichte sich deren mittlerweile verstorbenem Protagonisten Robert Gernhardt widmete, der damals in Bezug auf die alte Frankfurter Schule meinte: "Wir sind die besseren Zeichner, und die waren die besseren Denker."


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