Glosse

Schluss mit neu: Was Schwein heißt, muss Schwein bleiben

Sprachpolizei

Falter & Meinung | Matthias G. Bernold | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Das Schwein ist ein dreckiges Tier. Seine heimtückischen Augen verraten die üble Gesinnung. Ungeniert suhlt es sich im Dreck, und seine Geschlechtsteile trägt es obszön unterm Ringelschwänzchen. Zum Haustier taugt es nicht, weil es paarhufig jedes noch so stabile Parkett zerkratzt. Zu guter Letzt beschert uns diese zu Recht verfemte Lebensform, was weder Huhn noch Schwan noch Kuh vermochten: Pandemie! Dass die Weltgesundheitsorganisation jetzt unter fadenscheinigen Argumenten die Schweinegrippe in "neue Grippe" umzubenennen sucht, ist eine Ungeheuerlichkeit, eine Klittung Orwell'schen Ausmaßes, die wir uns nicht gefallen lassen dürfen. Für diesen Virus soll das Schwein geradestehen. So wie der Hund für den Biss, das Ross für den Apfel und der Politiker für den Verdruss. Oink.


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