Kolumne

Massenaufstand in Teheran: Droht ein iranisches Tian'anmen?

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Es war zu schön, um wahr zu sein. Nach Neujahrswünschen im Fernsehen und den respektvollen Worten Barack Obamas über den Islam in Kairo, so konnte man letzte Woche glauben, würde in Teheran eine Welle reformerischer Begeisterung den antiwestlichen Einpeitscher mittels Stimmzetteln aus dem Präsidentenamt jagen. So die Hoffnung.

Aber ein engagierter Wahlkampf ist keine Revolution, selbst wenn hunderttausende gegen die Machtinhaber auf die Straße gehen. An den Urnen, wie auch immer die Stimmen ausgezählt wurden, hat sich Ahmadinedschad, der antiisraelische Demagoge, durchgesetzt. Die eiserne Allianz zwischen religiöser Führung, Sicherheitsapparaten und großen Teilen der armen Bevölkerung schien intakt in der Islamischen Republik. Der oberste weltliche und religiöse Führer Ayatollah Ali Chomenei gab dem Sieg seinen Segen. Möglicherweise ein tödlicher Fehler für das gesamte politische System.

Denn dass auf massiven Wahlbetrug eine Volksbewegung folgt, die ein autoritäres Regime


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