Die Zocker zocken weiter

Politik | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Gleich die Finanzmarktaufsicht rufen, wenn Banken hohe Renditen versprechen, rät Heiner Flassbeck

Interview: Robert Misik

In den 90er-Jahren zog Heiner Flassbeck als Staatssekretär unter dem damaligen SPD-Chef Oskar Lafontaine ins Finanzministerium ein. Nach Lafontaines Abgang räumte auch Flassbeck den Sessel. Heute arbeitet er als Chefvolkswirt bei der UN-Handels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) in Genf. In seinem jüngsten Buch, "Gescheitert. Warum die Wirtschaft vor der Politik kapituliert" (Westend-Verlag, 2009), erklärt er, wie ein falsches Verständnis makroökonomischer Zusammenhänge die Weltwirtschaftskrise provozierte. Am kommenden Montag spricht er in der Reihe "Genial dagegen" (einer Kooperation von Falter und Kreisky Forum) im Kreisky Forum.

Falter: Herr Flassbeck, was ist falsch gelaufen in den vergangenen zehn Jahren?

Heiner Flassbeck: Wir haben einen Kasinokapitalismus zugelassen, in dem sehr viele Leute mit sehr viel Geld gezockt haben, und das nicht nur mit ihrem eigenen


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