Wie Solferino die Welt noch heute beeindruckt

Politik | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Mit dem Tagebuch seines Urgroßvaters in Händen reist der Journalist Ulrich Ladurner zurück zur folgenreichen Schlacht vom 24. Juni 1859

Rezension: Stefan Apfl

Das Töten begann im Morgengrauen. Es war ein Stechen und Würgen, ein Beißen und Treten. An einer 20 Kilometer langen Front standen einander 300.000 Soldaten gegenüber. Hier die Allianz aus Piemontesen und Franzosen, dort das Heer der Habsburger - mit dabei ein 25-jähriger Südtiroler Schuster, der Tagebuch über den Schrecken führte.

Am 24. Juni 1859 fand im lombardischen Solferino eine der größten Schlachten Europas statt. Dieser Junitag hat Europa, hat die Welt verändert: Der Rückzug der Österreicher bei Sonnenuntergang markierte den Anfang vom Ende des Habsburgerreichs, es war gleichsam die Geburtswehe Italiens wie des Roten Kreuzes und der Genfer Konventionen. Humanistische Großtaten, die Politiker wie Silvio Berlusconi und George W. Bush just rund um das Jubiläum von Solferino relativieren.

Auch deshalb ist es ein


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