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Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Gesichter des Prekariats

"Am Beginn des 21. Jahrhunderts ist die soziale Frage in die politische Öffentlichkeit zurückgekehrt", konstatieren Robert Castel und Klaus Dörre. Sie liefern damit die Grundlage für ihren Sammelband "Prekarität, Abstieg, Ausgrenzung". Die Autoren beschäftigen sich theoretisch und empirisch mit den unterschiedlichen Gesichtspunkten des Phänomens der unsicheren Arbeits- und dadurch auch sozialen Verhältnisse. Schwerpunkte sind dabei die Lage der "Überzähligen", die komplett aus dem Erwerbs- und Sozialsystem ausgeschlossen sind, die Normalisierung des Prekariats sowie die Ausweitung desselben von der Unter- auf die Mittelschicht.

Michael Weiss

R. Castel, K. Dörre (Hg.): Prekarität, Abstieg, Ausgrenzung. Die soziale Frage am Beginn des 21. Jahrhunderts. Campus, 424 S., € 29,90

Von Gotteskriegern und Gottlosen

Zuerst kam der Bürgerkrieg, dann die Taliban und schließlich der Westen. Heute sucht Afghanistan seine Identität zwischen fundamentalistischen Gotteskriegern und "gottlosen" Besatzungsmächten. Das Zentrum vieler Auseinandersetzungen ist das Gebirge an der Grenze zu Pakistan: der Hindukusch. Die beiden Journalisten Susanne Koelbl und Olaf Ihlau treffen Präsident Hamid Karzai zum Tee, sprechen mit deutschen Soldaten und jungen Taliban. Sie begeben sich auf die Spuren des einäugigen Mullah Omar und bereisen Osama bin Ladens Gebirgsfestung Tora Bora. So zeichnen sie das Bild eines faszinierenden und zugleich explosiven Landes.

Stefanie Platzgummer

Susanne Koelbl, Olaf Ihlau: Krieg am Hindukusch. Menschen und Mächte in Afghanistan. Pantheon, 331 S., € 12,95


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