Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Martin Gantner | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Eine türkische Vorspeisenplatte für Diabetiker

Mit diesem Interesse hat Kadsiye Aydinkoc-Tuzcu nicht gerechnet. Sie ist Assistenzärztin im Wilhelminenspital, hat selbst türkische Wurzeln und ein Ziel: Sie möchte den Zugang von Zuwanderern zum Gesundheitssystem verbessern. Daher hat sie den ersten türkischsprachigen Diabetesinformationstag in einem Kulturzentrum in Favoriten organisiert. 500 Menschen sind vergangenen Donnerstag gekommen. Menschen, die mit einer Kampagne kaum erreichbar sind. "In Wien sind 60.000 Leute zuckerkrank - darunter viele türkischstämmige." Die Wahrscheinlichkeit, zuckerkrank zu werden, ist für Migranten 1,5-mal, für Migrantinnen 3,5-mal so hoch wie für Österreicherinnen und Österreicher. Mögliche Gründe: schlechte Ernährung, ein anderes Gesundheitsbewusstsein und Isolation infolge mangelnder Sprachkenntnisse. Aydinkoc-Tuzcu will weitermachen: "Die Menschen müssen aufgeklärt, die Angst vorm Arzt muss ihnen genommen werden."


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