Fettleber und Pestlunge, Schädel und Gallenstein

Feuilleton | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Der Narrenturm am Campus der Universität feiert seinen 225. Geburtstag mit einer Veranstaltungsreihe

Reportage: Sebastian Fasthuber

Es musste eine Vollmondnacht sein, in der 1784 der Narrenturm eröffnet wurde. Kaiser Joseph II. hatte sich persönlich für den Bau einer Anstalt für Geisteskranke eingesetzt und das Gebäude mitgeplant. "Nach der damaligen Auffassung hatte der Mond Einfluss auf Geisteskranke, man glaubte, dass sie sich bei Vollmond besonders ruhig verhalten", sagt Herr Winter. Er führt durch den Narrenturm, in dem seit 1971 das Pathologisch-anatomische Bundesmuseum seinen Sitz hat.

Über des Kaisers Aberglauben kann man heute lächeln. Andererseits wäre Wien ohne sein Interesse am Wahnsinn um eine architektonische Besonderheit ärmer. Bei dem Turm, der zum Allgemeinen Krankenhaus gehörte, handelt es sich um einen Rundbau mit fünf Stockwerken, über einen kreisrunden Gang sind je 28 Zellen zu erreichen. In der Mitte steht ein Quergebäude, in dem Verwaltung und Stiegenhaus


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