"Zwischen "Linksfaschismus" und "herrschaftsfreiem Diskurs." Wie Jürgen

Feuilleton | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

"Der dialektische Herr H."

Jürgen Habermas kam in den 50er-Jahren als Jungstar ans linke Frankfurter Institut für Sozialforschung, dessen legendäre Zentralfiguren Max Horkheimer und Theodor W. Adorno waren. Ein "besonders regsamer, tätiger Mensch" mache sich da im Institut breit, schrieb Horkheimer in einem Brief an Adorno, "begabt", aber voller "Eitelkeit". Vor allem aber dass der junge Mann so viel auf den frühen Marx hielt, erboste Horkheimer an dem "dialektischen Herrn H.", an dem er - ganz im Einklang mit dem Zeitgeist der Adenauer-Jahre - bekrittelte, er würde "den Geschäften der Herren im Osten Vorschub" leisten. Mit halbwitziger Hegelei empfahl er, Habermas "in aller Güte zu bewegen, seine Philosophie irgendwo anders aufzuheben oder zu verwirklichen". Habermas ging daraufhin nach Marburg. Die Pointe der Geschichte: 1964 kehrte er nach Frankfurt zurück - auf den Lehrstuhl des emeritierten Horkheimer.

"Linksfaschismus"

Mit Schriften wie seiner Habilitation, "Strukturwandel der


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige