Mehr als fünf Minuten Erregung

Steiermark | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Warum ist Jochen Gerz' Erinnerungsprojekt "63 Jahre danach" so brav? Der Konzeptkünstler im Gespräch

Interview: Herwig G. Höller

Er zählt zu den Klassikern der deutschen Konzeptkunst, und in Graz darf Jochen Gerz als Dauerbrenner gelten: Sein mit Esther Shalev-Gerz konzipiertes Denkmal für NS-Opfer "Die Gänse vom Feliferhof" war einer der Kunstskandale der Neunziger. Obwohl die Gerzens den Wettbewerb gewannen, scheiterte die Realisierung an den Widerständen von Militärs. Gerz' Erinnerungsprojekt "63 Jahre danach" läuft vergleichsweise glatt: In einem Bogen des Grazer Burgtores wendet sich seit Ende 2008 NS-Landeshauptmann Uiberreither mit einem Spruch an Passanten, dazu kommen Publikationen historischer Fotografien in der Kleinen Zeitung, die von Landtagsabgeordneten kommentiert wurden. Nun wählen Kleine-Leser für 24 Fotos und Kommentare Orte aus, an denen diese aufgestellt werden sollen.

Falter: Nach einem komplizierten Verfahren sind 24 von Zeitungslesern ausgewählte Bilder der

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