Kritik

Gruselig komisch: ein Singspiel im Spielzimmer

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Ein "Elternabend" in einer selbst verwalteten Kinderbetreuungseinrichtung als Musical; das Theater zum Fürchten frönt damit zwei seiner Leidenschaften zugleich: einem gruseligen Thema und dem launigen Singspiel. Denn die Eltern, die da in dem Spielzimmer Platz nehmen, sind nicht nur die Ebenbilder ihrer Kinder, sondern müssen neben ihren eigenen Problemen die "Opfer- und Täterprofile" ihrer Sprösslinge entdecken. Dazwischen steht Dennis, der schwule Erzieher, der von Eltern wie Kindern manipuliert wird, bis sich die Gemeinschaft auf ihr schwächstes Glied besinnt. Oftmals, wenn sich die Akteure in der Regie von Marcus Ganser gerade besonders engagiert ins Zeug legen, lenken die Gesangseinlagen vom bewegenden Schauspiel und den ernsten Themen ab und wirken damit dem Spannungsaufbau entgegen. Trotzdem gibt es auch helle Musical-Momente, etwa wenn Gabriele Schuchter als Vera den guten Geruch ihres Mannes, der sich gerade mit dem Erzieher am Bubenklo vergnügt, besingt. Musik und Text stammen von Thomas Zaufke und Peter Lund.

Scala, Fr 19.45, Sa 16.00 (mit Kinderbetreuung!), Di bis Do 19.45 (bis 27.6.)


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