Buch der Stunde

Lexikon | Julia Zarbach | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Oscar de León war schon immer etwas anders. Der suizidgefährdete Nerd versenkt sich in Comics und will als "dominikanischer Tolkien" selbst einen Science-Fiction-Roman schreiben - eine Neigung, die er auf seine Herkunft zurückführt: "Was ist schon mehr Sci-Fi als Santo Domingo? Mehr Fantasy als Antillen?" Doch seinen Charakter verdankt der fette Loser nicht nur seinen geografischen Wurzeln. Das Schicksal des Einzelgängers, den Hang zur Realitätsflucht und sein Pech in Sachen Liebe hat der "postmoderne plátano" (postmoderne Bananenfresser), der die Dominikanische Republik nur noch von seinen Urlauben kennt, mit seinen Vorfahren gemein.

"Fukú" lautet das Wort, um das sich alles in Junot Díaz' Debütroman dreht und "das immer einen Fluch oder ein drohendes Unheil" meint. Das "fukú" manifestiert sich auch in den verwunschenen Lebensgeschichten von Oscars in die USA emigrierten Angehörigen. Die Familiensaga beginnt in den 40er-Jahren auf der Karibikinsel mit dem großelterlichen Unglück


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