Ohren auf!

Sammelkritik

Lexikon | Gerhard Stöger | aus FALTER 25/09 vom 17.06.2009

Um 1993/94 herum waren junge Menschen bisweilen in selbstgebastelten T-Shirts anzutreffen, die ein krakeliger Fisch mit einem X als Auge zierte.

Es war aber kein Trend zur Punkgeschichtsforschung, der diese Kids zu Flipper und ihrem Logo führte. Den Fisch hatte Kurt Cobain populär gemacht, der berühmteste Fan der Band; selbst am Innencover zu Nirvanas Schwanengesang "In Utero" ist er im Flipper-Shirt zu sehen.

1979 in San Francisco gegründet, waren Flipper ursprünglich bis in die mittleren 80er hinein aktiv. Punk hatte sich damals in Hardcore verwandelt, einen maskulinen Leistungssport der Marke "schneller, höher, weiter"; die Straight-Edge-Bewegung nervte zusätzlich mit semireligiösen Dogmen.

Flipper waren der Gegenentwurf. "This is my game: new rules, no rules!", sangen sie und präsentierten sich als nihilistische Drogenfresser voll Lust an der Zerstörung (Gründungsmitglied Will Shatter ist 1987 an einer Überdosis gestorben). Interessanterweise wurden sie dabei zu einer Kraft,


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