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„Der rote Kakadu“, deutsches Gegenwartskino

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Von der Liebe zur Zeit des Kalten Kriegs erzählt Dominik Grafs „Der rote Kakadu“ (2005), ein 130-Minuten-Epos nach einem Drehbuch von Karin Aström und Michael Klier, einem Regiekollegen aus dem ehemaligen Osten. Man schreibt das Jahr 1961, Hauptschauplatz ist die Kakadu-Bar, in der Dresdens junge Boheme zu Rock’n’Roll abtanzt; so auch Siggi, ein angehender Bühnenmaler, die schriftstellernde Luise und ihr Mann Wolle, der’s mit der ehelichen Treue hält wie mit der Arbeit (nämlich gar nicht). Ménage à trois trifft Mauerbau, wobei es für Klier um schmerzliche, gelebte Erfahrungen geht, für Graf hingegen um Hoffnungen und Utopien – eine Diskrepanz, die dem Film innere Spannung verleiht und ihn zu zerreißen droht. Dass es doch nicht dazu kommt, verdankt sich den grandiosen Darstellern Max Riemelt, Jessica Schwarz und Ronald Zehrfeld.

Metro-Kino, Sa 18.30


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