Buch der Stunde

Lexikon | Andreas Kremla | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Nein, Foucault war kein Strukturalist, nein, er war auch kein 68er“ – ein mutiger Anfang angesichts der vielen Schubladen, in die der sich ändernde und methodisch wechselhafte Meister der Denksysteme schon eingereiht wurde. 25 Jahre nach seinem Tod am 25. Juni 1984 ordnet hier ein Freund die Bilder, die einer der wichtigsten Philosophen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im kollektiven Gedächtnis hinterließ.

Den Philosophen Foucault und den Historiker Veyne verband nicht nur die Tätigkeit an Frankreichs Überuniversität Collège de France. Foucault ging teilweise selbst historisch an die Erscheinungen der Welt heran. „Archäologie des Wissens“ nannte er seine Methode. Da konnte ein echter Historiker nur nützlich sein: „Abends erzählte er mir, was er tagsüber ausgearbeitet hatte, um zu sehen, ob ich im Namen der Wissenschaft Einspruch erhöbe“, berichtet der Autor von einer intensiven intellektuellen Freundschaft.

Der Historiker wird selbst zum Philosophen, allerdings


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