Die Tragödie von Teheran

Politik | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Spitzel im Café. Blutlachen im Studentenheim. Dissidenten hinter Gittern. Wie eine Wiener Iranerin den Aufstand im Gottestaat erlebt

Reportage: Solmaz Khorsand, Teheran

Nervös spielt Jalal Mohammdlou mit seinem Gebetsband. Eigentlich hätte der 29-Jährige es nicht nötig, sich in Teheran zu verstecken. Im Norden des Landes sollte er sich dieser Tage mit seiner Frau am Meer von den Strapazen der vergangenen Wochen entspannen. Das hatte er ihr versprochen.

Monatelang hat der Ökonom für den Reformer Mir Hossein Mussawi eine Wahlkampfzentrale im Zentrum der Stadt geleitet, Sympathisanten mit Wahlwerbung versorgt und ihnen erklärt, wie sie auf die Leute zugehen sollen, damit der Iran endlich einen neuen Kurs einschlagen kann. Einen Kurs unter der Führung eines kultivierten Uniprofessors, der Irans Ansehen in der Welt wiederherstellen sollte. Alles war bereits geplant für die Siegesfeier, in der Nacht nach der Präsidentschaftswahl am 12. Juni. Es ist anders gekommen.

Stattdessen sitzt Mohammdlou

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