Gnadenlos und sturmerprobt

Politik | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Das Schicksal des Iran wird nicht auf der Straße entschieden. Es sei denn, es fließt viel Blut

Analyse: Ulrich Ladurner

Wer den Iran aus eigener Anschauung kennt, wusste, dass irgendwann irgendwas passieren würde. Zu offensichtlich war die Unzufriedenheit, zu dreist die Arroganz des Regimes. Doch wann etwas geschehen würde und wie es sich entfalten würde – das hat niemand sagen können. Der Aufstand, den wir erleben, ist daher eine Überraschung; wie im Übrigen fast alle wichtigen Ereignisse in der jüngeren Geschichte des Iran überraschend waren. Selbst die iranische Revolution, welche 1979 die gesamte islamische Welt erschütterte, hatte man nicht vorhergesehen. Erst nachdem sich Ayatollah Ruhollah Chomeini fest an der Spitze der Macht installiert hatte, schien das allen „unvermeidlich“, davor aber war es „höchst unwahrscheinlich“. Der Mullah als absoluter Herrscher? Nein, das hatten man nicht auf dem Radarschirm, nicht einmal die Iraner selber.

Einmal Dörnröschen, dann


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