Die Naziversandelten

Politik | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Im Fall Martin Graf verstecken sich die Regierungsparteien schon wieder hinter österreichischem Gewohnheitsrecht

Rede: Doron Rabinovici

Martin Graf will uns glauben machen,

die Entstehung dieser Republik habe nichts zu tun mit

antifaschistischem Grundkonsens. Würde er damit meinen, es gäbe

zu wenig an antifaschistischer Gesinnung, hätte er ja sogar Recht. In diesem Staat

blieben nicht bloß Nazimörder unbehelligt, und ihre Opfer wurden verhöhnt. Der Mangel an Haltung ist

bis heute unübersehbar, und niemand verkörpert diesen Defekt besser als der Skandal namens Martin Graf, dieser Verbindungsbruder zu naziversandelten

Rechtsextremen. Sicher: Im Namen des Antifaschismus wurde auch Schlechtes getan. Im Namen der Demokratie ebenso. Aber das ist kein Grund, Demokratie oder Antifaschismus zu eliminieren. Wenn diese Republik begründet werden konnte, dann nur, weil es jene gab, die gegen den Nazismus aufstanden. Sie waren zu wenige zwar, aber umso mutiger. Sie riskierten ihr Leben. Sie setzten


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