Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Ich hatte nichts gegen Til Schweiger. Er sieht okay aus, zumindest für einen deutschen Schauspieler und ist nicht gänzlich talentfrei, auch wenn er intellektmäßig wohl mehr Richtung Boris Becker als Jürgen Habermas tendiert. Doch seit der Mann sich als Juror bei „Mission Hollywood“ (RTL, Mo 20.15 Uhr) aufspielt, ist es mit dem freundlichen Desinteresse vorbei. Schweiger regt mich auf, obwohl mich sonst kaum mehr was im Fernsehen verstören kann. In seiner Show kämpfen Möchtegernactricen um eine Nebenrolle in einem Hollywoodstreifen – mit vollem Körpereinsatz. So durften die Frauen zum Beweis ihres Talents vor Onkel Til strippen („9 ½ Wochen“), einen Orgasmus vortäuschen („Harry und Sally“) oder kleine Lesbenküsschen austauschen („Eiskalte Engel“). Da könnte Schweiger doch gleich sagen, Mädels, ab zum Test auf die Besetzungscouch! Eine vergleichbare Sendung mit feschen Jungschauspielern, die sich von einer Jurorin Mitte 40, die es in Hollywood nicht geschafft hat, befingern lassen müssen, möchte ich einmal erleben.


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