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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Neulich bin ich durch einen dunklen Wald gelaufen und habe ein paar Zombies erschossen. Zwar nicht im realen Leben, aber immerhin im Videospiel „Resident Evil“. Es ist nicht meine erste virtuelle Gräueltat. Ich habe schon Passanten überfahren, Polizeiautos in Brand gesteckt und tausende Moorhühner abgeknallt. Vielleicht ist das der erste Schritt in Richtung Amoklauf. Vielleicht auch nicht. Im Museumsquartier lief kürzlich die Ausstellung „Games don’t kill“ (nachzusehen unter http://is.gd/19p8T). Sie ist die Antwort der Netzcommunity auf die Debatte rund um böse Videospiele. Gezeigt wurden Fotocollagen mit persönlichen Stellungnahmen von Gamern. Die listen ihre virtuellen Verbrechen auf und erklären, dass es in ihrem echten Leben keine Waffen gibt. Auch ich habe nur eine Spiel- und keine Pistolensammlung zuhause. Das hat nicht nur moralische Gründe, denn im realen Leben würde ich nie durch einen Wald mit Untoten laufen. Ein solcher Held (und Bösewicht) bin ich nur im Spiel. Und selbst da fürchte ich mich vor Zombies.


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