Tanzbare Feuchtgebiete

Feuilleton | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Von wegen Glamourfalle: Die amerikanische Punkband Gossip hat die Popplatte des Sommers gemacht

Würdigung: Gerhard Stöger

Beth Ditto ist klein, fett und offen lesbisch. Ziemlich laut und ungehobelt ist die Sängerin der amerikanischen Punkband Gossip obendrein.

Als das Trio kürzlich das Grazer Spring-Nine-Festival eröffnete, stellte die 28-Jährige auf der Bühne belustigt fest, dass sie wohl gerade ihre Periode bekommen habe – und „warnte“ das Publikum, ihr zu nahe zu kommen: „There might be blood on the floor!“

Ein bisschen „Feuchtgebiete“ also, aber nicht in der gepflegten Bestsellerversion als Wichsvorlage mit Lust-am-Ekel-Bonus, sondern als pralles Leben der Marke „Scheiß mi nix“.

Massentauglich sind Gossip, zumal in einer von Magerwahn, Fitnesskult und Sauberkeitsfetischismus geprägten Zeit, kein bisschen. Möchte man zumindest meinen.

Doch die 1999 gegründete Band ist nach Jahren im Do-it-yourself-underground überraschend in die Popstarliga aufgestiegen; nebenbei


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