Die Grenzen so weit wie möglich ziehen

Feuilleton | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Ralf Dahrendorf war als deutscher Soziologe und englischer Politiker vor allem ein echter Europäer

Nachruf: Anton Pelinka

Ralf Dahrendorf sprengte Etiketten und Grenzen. Er war Politiker, der als Parlamentarier im deutschen Bundestag und im britischen Oberhaus wirkte – und er war Mitglied der Europäischen Kommission. Er war Sozialwissenschaftler, der die Soziologie im Nachkriegsdeutschland entscheidend mitprägte – und an den besten britischen Universitäten Spitzenpositionen einnahm. Er war der Wissenschaft verpflichtet, der Suche nach der Wirklichkeit – und der Politik, der Gestaltung eben dieser Wirklichkeit. Er war an vielen Orten zuhause, nur nicht im Elfenbeinturm universitärer Selbstbeschränkung; und nicht in dem immer wieder neue Besonderheiten, neue Grenzen konstruierenden nationalen Denken.

Ralf Dahrendorf war vielen vieles. Und dennoch war er unverkennbar. Der Soziologe, der sich mit Karl Marx ebenso auseinandersetzte wie mit der Zukunft des demokratischen Wohlfahrtsstaates.


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