Nüchtern betrachtet

Wer sich bestehlen lässt, spart Geld

Feuilleton | aus FALTER 26/09 vom 24.06.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Während der letzten drei Wochen habe ich recht sparsam gelebt. Lichtscheues Diebsgesindel hatte nämlich am 29. Mai kurz nach Mitternacht irgendwo zwischen dem Kebabhaus auf der Operngasse und der Station Schottenring meine Brieftasche widerrechtlich in seinen Besitz gebracht. Mit dem Bargeld sind die Tunichtgute sicher fesch essen gegangen, und zwar bestimmt nicht heimische Wurzelgerichte, sondern argentinische Ribeyesteaks, vietnamesische Riesengarnelen oder irgendein anderes totes Tier, das einen CO2-Fußabdruck hinterlässt wie Godzilla, der auf einer frischgeteerten Tokioter Stadtautobahn Dreisprung übt. Mit den Kreditkarten haben der/die Täter/in VOR-Fahrkarten gekauft – das hat mir das Kreditkarteninstitut mitgeteilt. Welche verkommenen Schändlichkeiten sie mit meiner E-Card, meinem Journalistenausweis und meiner Drogeriemarktkundenkarte anzustellen in der Lage sind, mag ich mir gar


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